NUEVO CINE ESPAÑOL // PEDRO ALMODÓVAR

 

02/06 - 05/07/2022

 

Den Juni widmet das Filmpodium Biel/Bienne dem Filmschaffen des legendären

 

Pedro Almodóvar – Komödiant, Melodramatiker, Regisseur der Frauen

 

1949 als Sohn armer Landarbeiter in Calzada de Calatrava geboren, einem staubigen 4000-Seelen-Ort in Castilla La Mancha, machte Pedro Almodóvar bald an katholischen Schulen einschlägig Erfahrung mit religiöser Erziehung und haute mit 16 ab, nach Madrid. Hier war der Mief von Francos Diktatur nicht ganz so totalitär wie in der Provinz.

Er, der sich damals als Homosexueller verstecken musste, schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, bis er 1969 eine feste Stelle als Verkäufer bei der Telefongesellschaft bekam. Diese Erfahrungen von Endphase der Diktatur und aufkommender Konsumgesellschaft mit ihren Absurditäten wurden für sein späteres Schaffen prägend.

Nach Francos Tod 1975 öffnete sich das Land, in Madrid entstand die Movida, eine rasch wachsende subkulturelle Jugendbewegung. Plötzlich waren da Glam-Rocker, Punks, Anarchisten, Transsexuelle und andere schräge Vögel.

Als Teil der Bewegung drehte Almodóvar 1980 seinen ersten Langspielfilm. PEPI, LUCY, BOM Y OTRAS CHICAS DEL MONTÓN. Mit von der Partie war Carmen Maura, eine Schauspielerin, schon etabliert in Theater und TV-Soaps. Sie schoss ihm Geld vor und spielte in dem schrillen Werk auch die Hauptrolle: eine Kifferin, die, von einem Polizisten vergewaltigt, sich mit Hilfe einiger Punk-Girls an ihrem Peiniger rächt.

Neben Maura wirkten mit der Argentinierin Cecilia Roth und der 1933 geborenen Julieta Serrano zwei Schauspielerinnen mit, die fortan fest zu seinem Clan gehören und seinen Ruf als „Regisseur der Frauen“ festigen sollten. Mit Maura zerstritt er sich später, doch Roth und Serrano wirken bis heute mit, Roth 2019 in DOLOR Y GLORIA, Serrano, mit nun fast 90, in seinem jüngsten, MADRES PARALELAS.

Weitere Frauen, die im Laufe der Jahre Teil seines - nun nicht mehr schrillen, sondern melodramatischen - Universums wurden, sind Rossy de Palma und – vor allem – Penélope Cruz. Seit 1997, seit der Ruth-Rendell-Verfilmung CARNE TRÉMULA, wurde sie etwas wie seine Muse. Kürzlich bekannte er gar, im Alter wolle er dann einmal von ihr gepflegt werden. Hoffen wir, dass Cruz das noch lange nicht tun muss, sondern vielmehr noch oft so herzzerreissend agieren kann wie in den bisher letzten beiden Werken des Meisters. (Geri Krebs)


Was das spanische junge Filmschaffen sonst noch zu bieten hat, dürfen wir uns freuen zu entdecken mit unter anderem der neuen genialen spanischen Komödie 6 DÍAS EN BARCELONA: Regisseurin Neus Ballús – deren Vater selbst Sanitär-Installateur ist – erzählt ihre Geschichte mit leisem, hintergründigem Humor und entwaffnender Leichtigkeit. So wie sie ihren Protagonisten von Kunde zu Kunde folgt und sich für die drei Installateure die Türen der Barceloneser Wohnungen öffnen, so eröffnet sich dem Zuschauer ein Blick auf die kleinen, tragikomischen Momente des Lebens.

 

Oder dem neuen Film mit Penélope Cruz und Antonio Banderas OFFICIAL COMPETITION (COMPETENCIA OFICIAL): eine satirische, herrliche Kömödie über die heftige Rivalität zwischen zwei talentierten Schauspielern mit noch grösserem Ego.

 

Ordentlich zu lachen gibt es in der mit sechs Goyas ausgezeichneten Komödie EL BUEN PATRÓN. Javier Bardem spielt einen Familienunternehmer, der nach mehr Anerkennung strebt, dem aber das Schicksal hartnäckig Steine in den Weg legt.